Münchener Künstlergenossenschaft

königlich privilegiert 1868

Seit über 150 Jahren bietet die Münchener Künstlergenossenschaft kgl. priv.1868 der zeitlos gültigen Kunstposition des Realismus den ihr gebührenden Raum. Vielen bekannten Künstlern, Malern, Bildhauern und Architekten war sie Heimat und Austauschstätte, sowie Vermittlerin zu Sammlern und Kunstfreunden (siehe auch „Geschichte der Münchener Künstlergenossenschaft kgl. priv. 1868“ von Charlotte Mosebach).
In München begegnet man noch heute vielen Werken ehemaliger Mitglieder. Als ein Beispiel sei das Lenbachhaus genannt, dessen Namensgeber ein wichtiger Präsident der MKG war. Aber auch Brunnen, Skulpturen und Architektur von Mitgliedern der MKG prägen das künstlerische Flair Münchens.
Über 100 Mitglieder vertreten heute die Bildthemen Porträt, Akt, Stillleben, Landschaft, Tiermotive sowie den Surrealismus. Als Kunsttechniken sind zugelassen Malerei, Grafik, Skulptur.
Das Qualitätskriterium für ausgestellte Werke ist nicht nur technisches, handwerkliches Können, sondern ebenso Komposition und Ausdrucksstärke der gewählten Bildinhalte. Deshalb setzt die Münchener Künstlergenossenschaft bei der Aufnahme neuer Mitglieder eine akademische Ausbildung an einer Kunsthochschule oder zumindest herausragendes Talent voraus. Nach der dritten Teilnahme bei der Jahresausstellung können Gastkünstler dann bei den „Königlichen“ Mitglied werden. In den letzten Jahren hat die gegenständliche Kunst wieder an Raum und Akzeptanz gewonnen, so dass die große Jahresausstellung der MKG sich regen Zuspruchs seitens Kunstliebhabern, Sammlern und Presse erfreuen kann.
Nikos. W. Dettmer
(Präsident)

Die Geschichte

Franz Graf von Pocci

Franz von Lenbach

Wilhelm Busch

Konrad Knoll

1868 Am 7. Juni 1868 verleiht König Ludwig II der „Genossenschaft der bildenden Künstler Münchens“ die Rechte einer juristischen Person und genehmigt die Statuten.

1869 Erste internationale Kunstausstellung im Glaspalast

1872 Das am Königsplatz erbaute Ausstellungsgebäude (spätere Glyptothek) wird Heimat für die ständige Ausstellung der Münchener Künstlergenossenschaft.

1879 Unter Leitung von Konrad Hoff findet die zweite internationale Kunstausstellung im Glaspalast unter Beteiligung von Künstlern aus USA, Italien, Österreich, Ungarn, Skandinavien und Spanien statt.

1883 Für 46.000,– Mark Erwerb des Bauplatzes für das Künstlerhaus am Lenbachplatz. Die Stadt München gibt noch Baugrund und 100.000,– Mark in bar dazu.

1888 Große internationale Kunstausstellung im Glaspalast. Die erzielte Verkaufssumme beträgt stattliche 1.070.500,– Mark.

1892 Am 12. Februar Abspaltung der „Secession“.

1897 Unter Präsident Franz v. Lenbach findet eine internationale Kunstausstellung zusammen mit der Secession statt. Der Preis hierfür ist der Verlust des Ausstellungsgebäudes am Königsplatz, welches die Secession künftig für sich beansprucht.

1897 Die Münchener Künstlergenossenschaft bezieht die Ausstellungsräume im alten Nationalmuseum an der Maximilianstraße. In den folgenden Jahren finden ihre Ausstellungen unter anderem im alten Nationalmuseum als Gemeinschaftsausstellungen im Deutschen Museum und im Glaspalast statt.

1900 Eröffnung des Künstlerhauses am Lenbachplatz.

1939 Wie auch andere Künstlervereinigungen wird die Münchener Künstlergenossenschaft aufgelöst und in die sogenannte Reichskunstkammer integriert. Grundbesitz, Barvermögen und eine Grafiksammlung von großem Wert werden beschlagnahmt.

1949 Die Neugründung der Münchener Künstlergenossenschaft königlich privilegiert 1868 gelingt unter großem Einsatz und der umsichtigen Leitung von Prof. Constantin Gerhardinger. Er wird Präsident der Genossenschaft. Bis 1991 finden jährlich die Kunstausstellungen der Genossenschaft im Haus der Kunst München statt.

1992 Durch Neugliederung im Haus der Kunst verliert die Münchener Künstlergenossenschaft königlich privilegiert 1868 ihre bis dahin kontinuierliche Ausstellungstätigkeit im Haus der Kunst.

1992/1994 Ausstellung im Schloss Dachau

1995 und die folgenden Jahre als Provisorium Ausstellungen im Forum der Technik, Deutsches Museum München.

2001 Ab diesem Jahr findet die Jahresausstellung der Münchener Künstlergenossenschaft königlich privilegiert 1868 wieder im Haus der Kunst statt.

2014 Durch den Umbau des Hauses der Kunst hat die MKG 1868 im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst eine neue Heimat gefunden.

2018 150 Jahre Münchener Künstlergenossenschaft. Das Ehrenjahr wird mit einer außerordentlichen Jahresausstellung und einem Jubiläums-Katalog gewürdigt.

Glaspalast

Antikensammlung

Künstlerhaus Grundsteinlegung

Künstlerhaus heute

Haus der Kunst

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

Das Geschichtsbuch

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Die Ehrenmedaille

Seit 2018 wird die MKG Ehrenmedaille an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die Münchener Kultur verdient gemacht haben und mit ihrer Leistung die Lebenswelt Münchens bereichert haben.

 

2018: Maja und Peter Grassinger

Maja und Peter Grassinger hat das Münchener Kulturleben viel zu verdanken! Beide waren und sind die Seele des Münchener Künstlerhauses, das 1893 von Gabriel Seidl und Franz von Lenbach aus der Taufe geholt wurde. Nach Jahrzehnten aufopfernder Arbeit steht das Künstlerhaus heute als Begegnungs- und Aufführungsstätte für Künstler aller Sparten zur Verfügung. Unermüdlich schafft Maja Grassinger und ihr hervorragendes Team den anstrengenden Drahtseilakt zwischen Ökonomie und Kunst.

Die Münchener Künstlergenossenschaft 1868 kgl. priv. verleiht die Ehrenmedaille 2018 an Maja und Peter Grassinger.

 

2019: Wolfgang Roucka

Zitat Nikos W. Dettmer: “Nur sehr selten habe ich im Kunsthandel einen Galeristen getroffen, der so selbstlos seine Künstler unterstützt, ohne sofort an den eigenen Vorteil zu denken. Dass er nebenbei einer der besten Fotografen der Stadt ist und sich ständig um Neuerungen bemüht, die sich um den Vertrieb von Kunst drehen, sei hier nur kurz erwähnt. Dazu kommt, dass er sich seit Jahrzehnten auf der Bühne der Kunst gehalten hat. Allein das ist schon preiswürdig! Eine Stadt wie München hat eine handvoll Orginale. Eines davon ist Wolfgang Roucka. Ein Freund und Förderer der Künstler, ein großartiger Kommunikator und Eventmanager und ein leidenschaftliche Liebhaber Schwabings. Für immer wird die Gestaltung des Feilitzschplatzes durch die Schwabinger Laterne nicht nur an die Schwabinger Gisela erinnern, sondern auch an Wolfgang Roucka.”

Die Münchener Künstlergenossenschaft 1868 kgl. priv. verleiht die Ehrenmedaille 2019 an Wolfgang Roucka.