Jahresausstellung 2021 (Termine)

Abgabe der Unterlagen zur Jury: 4. Januar 2021

Jury “Malerei und Grafik”: 23. Januar 2021

Jury “Skulptur”: 24. Januar 2021

 

Einlieferung der Exponate: 22. Mai 2021

Matinee: 24. Mai 2021

Ende der Ausstellung: 6. Juni 2021

 

(weitere Infos folgen)

Jahresausstellung 2020

Kataloge ab 2005

Katalog-Bestellungen unter: office@mkg1868.de

Liebe Freunde der MKG,

in den Jahren 2018 und 2019 hat die MKG Persönlichkeiten geehrt, die sich um die Kultur in München verdient gemacht haben. In diesem Jahr ehren wir einen Verein, der sich seit Jahrzehnten für das Wohl von Künstlern einsetzt. Gemeint ist das Paul Klinger Künstlersozialwerk, das 2019 sein 45-jähriges Bestehen gefeiert hat. Ich freue mich persönlich über unsere Wahl, da ich das Privileg hatte, selber einige Jahre dem Vorstand des Paul Klinger Künstlersozialwerkes anzugehören. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr diese Organisation Künstlern aller Sparten bei der Bewältigung ihrer Alltagsprobleme zur Seite stand und steht.

Die Wahl, Kunst als Beruf ausüben zu wollen, hat seine Konsequenzen. Die meisten treffen diese Wahl schon sehr früh. Eigentlich eher unbewusst, ohne sich über eben diese Konsequenzen bewusst zu sein. Nicht von ungefähr wird dem Künstler ein gewisser Realitätssinn abgesprochen, den der Alltag von jedem fordert.

Und doch kann man sich allerdings fragen, ob dieser fehlende Realitätsbezug nicht zur Psychologie des Künstlers gehört. Denken wir an die Bemerkung von Max Reinhardt, dass der Künstler ein Mensch ist, der die Kindheit in die Tasche gesteckt hat, um damit weiter zu spielen. Das Spiel eines Kindes ist ohne Verantwortung, angebunden an etwas Überraumzeitliches, das noch nicht vom Fluss der eigenen Gedanken blockiert wird. Das Bewusstsein von Gefahr und der Gedanke an Vorsorge stehen noch nicht im Zentrum der eigenen Gedankenwelt. Mit den Jahren gewinnt die Balancierung zwischen den Forderungen der Außenwelt und den Forderungen der nach Ausdruck ringenden Innenwelt immer mehr an Brisanz.

Im Alltag wird die wahre Kunst zur Ware „Kunst“, sofern man von künstlerischer Tätigkeit leben möchte. Gefordert werden Stetigkeit und Reproduzierbarkeit des eigenen Könnens. Im Gegensatz zu bildenden Künstlern haben es Schauspieler und Musiker einfacher, falls es Ihnen gelingt, in den Institutionen wie Theater und Orchester einen Platz zu ergattern. Doch auch ihnen droht die Sorge um Altersversorgung und zeitweiser Arbeitslosigkeit.

Vielen mögen diese Aspekte des Daseins als Berufskünstler als unromantisch erscheinen. Im Bewusstsein des jugendlichen Künstlers hat diese Problematik wenig Platz. Zu groß erscheinen die Möglichkeiten des Lebens. Aber schon nach einigen Jahren nehmen die ökonomischen Probleme immer größeren Platz ein. Nur sehr wenigen gelingt der durchschlagende ökonomische Erfolg in relativ kurzer Zeit. Hier haben wir es meist mit Künstlern aus der Musikbranche zu tun. Aber auch dort sind es wenige, die über Jahrzehnte einen kontinuierlichen Erfolg erleben können. Im Raum der bildenden Kunst sind es ca. 2 von 100 Künstlern, die nur von der Produktion ihrer Kunstwerke leben können. Oft werden Kompromisse geschlossen, die aus Nebentätigkeiten oder Kursangeboten bestehen.

Viel wäre zu diesem Thema noch zu sagen. Aber wie wir wissen, ist Diagnose der unpraktische Weg hin zu einer Verbesserung. Den praktischen Weg schlug der Schauspieler Paul Klinger in den sechziger Jahren ein, als er sich persönlich um die beruflichen Voraussetzungen seiner Schauspielkollegen einsetzte. Hieraus entstand im Laufe der Jahre das Paul Klinger Künstlersozialwerk, das sich heute um die Probleme in allen künstlerischen Sparten kümmert. Seien es Fragen zu Altersversorgung, Mediation zwischen Künstler und Künstlersozialversicherung oder kurzfristiger finanzieller Unterstützung in persönlichen Notlagen. Diesen, für viele Künstler segensreichen Verein, wollen wir heute ehren. Wir wünschen uns, dass der Verein in den nächsten Jahren weiter gedeiht und in seinen Möglichkeiten wächst.

 

Nikos. W. Dettmer

Eindrücke zur Vernissage

Unser Dank geht an

das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Staatsminister Bernd Sibler
Ministerialdirigentin Angelika Kaus
Leitende Ministerialrätin Barbara Lüddeke
für die Unterstützung und Bewilligung fördernder Mittel.

Wir danken
dem KUV (Künstlerunterstützungsverein).
der FMDK und Prof. Dr. Claus Hipp.

Danke an die Direktion des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst
Ltd. Direktorin Dr. Sylvia Schoske
Dr. Arnulf Schlüter
sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
für die Unterstützung.

Bedanken möchten wir uns auch bei den Firmen, die durch ihre Anzeige in diesem Katalog die MKG unterstützt haben:
boesner GmbH
Bratwurstherzl
Drescher Immobilien
EUROPA LEISTEN
Galerie Frey
Kremer Pigmente
Kunstgießerei Andreas Hofmeister
Kunstgießerei München Hassan Göktepe
Kunstgießerei Otto Strehle
Kurt Petzenhammer Gemälderahmen
Schachinger Künstlerbedarf

Der Film zur Jahresausstellung (Kurzfassung)

Erstellt von Erika Nieberle, Mitglied des MKG-Vorstands. Bestellung der Langfassung (DVD) unter office@mkg1868.de.

Jahresausstellung 2019 (Rückblick)

Kataloge ab 2005

Katalog-Bestellungen unter: office@mkg1868.de

Liebe Freunde der MKG,
nach unserer erfolgreichen und viel beachteten Jubiläumsausstellung 2018 treffen wir uns heuer wieder, um auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die nächsten 150 Jahre die Seele dieser ehrwürdigen und gleichzeitig lebendigen Künstlergenossenschaft weiter zu fördern. Wir Künstler haben uns dieses Jahr wieder bemüht, unseren Besuchern einen reichen Strauß von Werken der gegenständlichen Kunst zu präsentieren. Wir hoffen, dass es Ihnen gefällt, was Sie sehen, und Sie sich wohlfühlen.
Frage: Künstler brauchen nur die Kunst? Antwort: Natürlich nicht! Künstler brauchen Begegnung, brauchen ihr Publikum, brauchen Menschen, um ihre Werke der Welt nahezubringen. Natürlich ist es erleichternd, wenn man das eigene Produkt nicht selber vermarkten muss. Die Energie, die dem Vertrieb geschuldet wird, entzieht sich dem produktiven Prozess. Das wird besonders deutlich bei dem Beruf des Künstlers, sofern er entschieden hat, alles oder den größten Teil seiner Einnahmen aus dem Verkauf seiner Werke zu erwirtschaften. Dies bedeutet bei Selbstvermarktung ca. 70% der Zeit für Akquise und – wie es heute heißt – „Networking“ aufzuwenden.
Will oder kann man dies nicht, so ist der Künstler darauf angewiesen, einen kompetenten und gewissenhaften Partner zu finden, der ihm diese Aufgabe abnimmt. Er wird sich also einen Galeristen suchen, der mit Fachkompetenz und vorhandenem Kundenpotential sein Werk vertritt. Einen solchen Galeristen wollen wir heute ehren. Wie Sie vielleicht wissen, überreicht die MKG seit dem letzten Jahr eine Medaille an eine Persönlichkeit, die sich um die Münchener Kultur verdient gemacht hat. Im letzten Jahr durften wir sie dem Ehepaar Grassinger überreichen. Leider hat uns Herr Grassinger dieses Jahr verlassen, und wir gedenken an eine prägende Persönlichkeit des Münchener Kulturlebens. In diesem Jahr ehren wir den Galeristen Wolfgang Roucka.
Erlauben Sie mir ein persönliches Wort. Ich bin seit fast 40 Jahren beruflich als Künstler unterwegs. Aber nur sehr selten habe ich im Kunsthandel einen Galeristen getroffen, der so selbstlos seine Künstler unterstützt, ohne sofort an den eigenen Vorteil zu denken. Dass er nebenbei einer der besten Fotografen der Stadt ist und sich ständig um Neuerungen bemüht, die sich um den Vertrieb von Kunst drehen, sei hier nur kurz erwähnt. Dazu kommt, dass er sich seit Jahrzehnten auf der Bühne der Kunst gehalten hat. Allein das ist schon preiswürdig! Eine Stadt wie München hat eine handvoll Orginale. Eines davon ist Wolfgang Roucka. Normalerweise tritt das in der Gemeinschaft erst nach dem Ableben ins kollektive Bewusstsein. Wir aber ehren die Lebenden: Wolfgang Roucka.
Einen Freund und Förderer der Künstler, einen großartigen Kommunikator und Eventmanager und einen leidenschaftlichen Liebhaber Schwabings. Für immer wird die Gestaltung des Feilitzschplatzes durch die Schwabinger Laterne nicht nur an die Schwabinger Gisela erinnern, sondern auch an Wolfgang Roucka.

Wir wünschen allen Besuchern und Künstlern eine inspirierende und erfolgreiche Austellung 2019.

Nikos. W. Dettmer
(Präsident)

Der Film zur Jahresausstellung (Kurzfassung)

Erstellt von Erika Nieberle, Mitglied des MKG-Vorstands. Bestellung der Langfassung (DVD, 56 Minuten) unter office@mkg1868.de.